Heute geht es um ein Phänomen, das uns im Netz ständig begegnet. Es geht um Suchbilder.
Erinnerst du dich an Wimmelbücher? Diese großartigen Kinderbücher, auf deren Seiten hunderte kleine Szenen gleichzeitig passieren. Für Kinder ist das ein Vergnügen. Das Gehirn von Kindern liebt diese spielerische Suche nach Details.
Das Wimmelbuch als Vorbild in der digitalen Content Welt?
Im digitalen Raum ist das Wimmelbuch allerdings ein echter Erfolgskiller.
Wenn wir von einer Webpräsenz sprechen, meint das nie nur eine isolierte Website. Es geht um das gesamte Bild da draussen: dein LinkedIn-Profil, deine Posts, deinen Newsletter, deinen Blog und deine Landingpages.
Bieten diese Kanäle keine klare Orientierung, entsteht genau dieser Wimmelbuch-Effekt.
Was passiert bei visueller Reizüberflutung?
Unsere kognitive Wahrnehmung arbeitet nach einfachen Prinzipien. Das Gehirn sucht immer nach dem geringsten Widerstand. Es möchte Informationen schnell und mühelos verarbeiten.
Trifft deine Zielgruppe auf einen vollgepackten LinkedIn-Post, eine unruhige Website oder einen überladenen Newsletter, passiert folgendes:
Das Auge findet keinen Ankerpunkt.
Statt den Inhalt zu erfassen, muss das Gehirn erst einmal aufräumen. Es filtert Reize, sortiert Farben und sucht nach der logischen Reihenfolge. Das kostet enorme mentale Energie.
Für Kinder im Wimmelbuch ist das ein Zeitvertreib. Für vielbeschäftigte B2B-Kunden, Entscheiderinnen oder Führungskräfte ist es schlicht anstrengend.
Die logische Konsequenz: Sie brechen ab und scrollen weiter.
Klarheit schlägt Chaos
Egal ob du als Solopreneurin deine Dienstleistung anbietest oder als MitarbeiterIn im Rahmen von Corporate Influencer Programmen auf LinkedIn sichtbarer werden willst:
Eine aufgeräumte Webpräsenz ist deine digitale Haltung.
Wer alles gleichzeitig betont, betont am Ende gar nichts.
Eine durchdachte visuelle Struktur nimmt deiner Leserschaft die Arbeit ab. Sie führt den Blick mühelos von der ersten Zeile bis zum letzten Gedanken.
3 Schritte weg vom digitalen Wimmelbuch
Visuelle Ruheinseln schaffen: Freier Raum ist kein Platzhalter. Er ist das wichtigste Werkzeug für die Lesbarkeit deiner Texte.
Eine klare Hierarchie festlegen: Hauptbotschaften brauchen Platz und Gewicht. Nebensachen gehören in den Hintergrund.
Kanalübergreifend konsistent bleiben: Wenn dein LinkedIn-Post dieselbe klare Information Architecture aufweist wie deine Website, erkennt deine Zielgruppe deinen Absender sofort wieder.
Das Gehirn deiner Leserschaft dankt dir jedes Quäntchen Klarheit mit Aufmerksamkeit.
Soweit für heute.
See you next time. Whenever I’ve something to say …
Zitronige Grüsse aus Italien, Jutta 🍋
P.S. Wenn du meine Kolumne toll und wertvoll findest, dann empfehle sie gerne weiter. Ich freue mich, wenn sich Menschen dafür interessieren, was ich hier so loswerde.